Plattform für direkten Austausch
Rund 30 Teilnehmer aus 20 Agrarbetrieben des Weimarer Landes folgten der Einladung der VR Bank Weimar eG
Auf Einladung der VR Bank Weimar kamen am 12.05.2026 in Weimar Landwirtinnen und Landwirte aus der Region mit Marcus Malsch, Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Landwirtschaft und Ländlichen Raum (TMWLLR) zusammen, um aktuelle Herausforderungen der Branche offen zu diskutieren. Die Veranstaltung bot eine Plattform für den direkten Austausch zwischen Politik und landwirtschaftlicher Praxis. Fachlich unterstützt wurde der Staatssekretär durch Markus Kunnen, stv. Abteilungsleiter für Landwirtschaft, Ländlichen Raum und Tourismus im TMWLLR.
Im Mittelpunkt der Diskussion standen die wirtschaftliche Lage der Thüringer Agrarbetriebe sowie die drängenden Fragen rund um steigende Betriebskosten, agrarpolitische Rahmenbedingungen und den strukturellen Wandel im ländlichen Raum. Themen wie die Entwicklung der Diesel- und Düngemittelpreise, die Umsetzung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU sowie bürokratische Anforderungen bei der Förderantragstellung wurden dabei ebenso angesprochen wie die Zukunft der Milchwirtschaft und der Generationenwechsel in den Betrieben.
Darüber hinaus begrüßte die Bank die landwirtschaftspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag, Frau Carolin Gerbothe. Sie stellte sich ebenfalls der Diskussion mit den Betrieben und nahm Impulse für die Arbeit im Landtag sowie den Fachausschüssen auf. Überdies berichtete sie aus ihren Erfahrungen als Berufsschullehrerin an der Staatlichen Berufsbildenden Schule in Schwerstedt, in der auch die Auszubildenden der landwirtschaftlichen Betriebe ausgebildet werden.
Die rund 30 Teilnehmer aus 20 Agrarbetrieben des Landkreises Weimarer Land nutzten die Gelegenheit, ihre Anliegen und Fragen direkt gegenüber dem Staatssekretär und der Abgeordneten zu formulieren. Von Seiten der Politik wurden die Herausforderungen der Branche anerkannt und die Bedeutung einer praxisnahen Agrarpolitik für den Freistaat Thüringen unterstrichen.
Ziel der Veranstaltung ist es, die direkte Kommunikation zwischen Landwirtschaft und Landespolitik zu fördern. Gerade in Zeiten, in denen landwirtschaftliche Betriebe unter großem ökonomischen und regulatorischen Druck stehen, sind Formate wie dieses wichtiger denn je. Die VR Bank Weimar sieht sich in ihrer Rolle als regional verwurzelte Genossenschaftsbank nicht nur als Finanzpartner, sondern auch als Vermittler und Unterstützer im gesellschaftlichen Diskurs.
„Die Landwirtschaft ist ein zentraler Bestandteil unserer regionalen Wirtschaft. Sie verdient eine starke Stimme und einen direkten Draht zur Politik“, betonte Michael Galander, Vorstand der VR Bank Weimar, in seiner Begrüßung. „Mit dem Landwirtschaftspolitischen Frühstück schaffen wir einen Raum für ehrlichen Dialog – auf Augenhöhe, sachlich, konstruktiv.“ „Die Rückmeldungen aus der Praxis sind für uns in der Politik unverzichtbar. Sie helfen uns, Regelungen praxistauglicher zu gestalten und politische Entscheidungen fundierter zu treffen“, erklärte Malsch. Dabei zeigte er Verständnis für die Sorgen vieler Betriebe, insbesondere angesichts der aktuellen Verhandlungen der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik (GAP) ab 2027. Bei der Neugestaltung der GAP ab 2027 in Brüssel stehen Vorschläge zu Degression und Kappung der Direktzahlungen an landwirtschaftliche Betriebe im Raum. Diese Maßnahmen würden insbesondere ostdeutsche Betriebe wegen ihrer Betriebsgröße deutlich benachteiligen. Die Thüringer Betriebe fürchten daher deutlich negative Auswirkungen auf die Ertragssituation, bei gleichzeitig steigenden Produktionskosten.
Aus dem intensiven Austausch nahmen nicht nur die Landwirte, sondern auch der Staatssekretär zahlreiche Impulse mit. Besonders deutlich wurde: Die Landwirtschaft braucht verlässliche politische Rahmenbedingungen, Wertschätzung für ihre Leistungen und eine stärkere Beteiligung an politischen Entscheidungsprozessen. „Wir verstehen uns als Dienstleister für den ländlichen Raum und die dort tätigen Menschen“, betonte Malsch abschließend. „Veranstaltungen wie diese sind für uns keine Pflichtübung, sondern ein Gewinn – denn sie bringen uns in direkten Kontakt mit denen, die von politischen Entscheidungen unmittelbar betroffen sind.“